Achtsames Leben 1/2004
“Sicherheitsenergieschlösser” im Jin Shin Jyutsu®
Von Eika Bindgen
Wenn man sich in der Betrachtungs- und Be-Hand-lungsweise von sich Selbst und anderen Wesen mit den feinstofflichen, energetischen Aspekten beschäftigt, kommen einem in der Literatur verschiedene Denk- und Beziehungssysteme entgegen, die sich mehr oder weniger voneinander unterscheiden, ähneln oder ergänzen. Dabei ist das Grundverständnis dieser Systeme ausschlaggebend für meine Handlungsweise.
Dem Jin Shin Jyutsu® liegt die Auffassung zugrunde, dass man die Energien des Menschen in Bewegung bringen kann, indem man die Hände auf ein, zwei oder mehrere Stellen am Körper legt. Dabei ist kein Reiben, Drücken oder Massieren nötig, es reicht der bloße Kontakt mit den Händen (als Starthilfekabel, um die eigene “Lebensenergiebatterie” wieder anspringen zu lassen).
Diese Stellen werden im Jin Shin Jyutsu® als “Sicherheitsenergieschlösser” bezeichnet. Schaut man auf Zeichnungen in Büchern oder auf Tafeln, so kann man den Eindruck gewinnen, dass es sich um Punkte, also festumrissene, quadratmillimeter- oder quadratzentimetergroße Scheibchen handelt, die auf dem Körper liegen und die man jetzt genau treffen muss, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Dies ist ein Missverständnis. Vielmehr sind Sicherheitsenergieschlösser multidimensionale Zonen, die einen ungefähren Durchmesser von 7,5 cm haben. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass Jiro Murai, der Wiederentdekker des Wissens von Jin Shin Jyutsu® (der Kunst des Schöpfers durch den wissenden, mitfühlenden Menschen), eine japanische Maßeinheit angab, die dem englischen “inch”, also dem deutschen “Zoll” entspricht. “Three inches” sind also drei Zoll, und wenn man sich bewusst macht, dass ursprünglich ein “Zoll” der Länge des ersten Daumengliedes entspricht, so wird einem klar, dass es eher eine relative Angabe ist. Das erste Daumenglied eines erwachsenen Menschen ist möglicherweise 4 cm lang, das eines Babys wohl kaum 1cm.
Das Wort “multidimensional” weist auf die Tatsache hin, dass sich diese Zonen nicht nur auf der Körperoberfläche befinden, sondern ebenso tief in den Körper eindringen, wie außerhalb des Körpers herausragen. Damit ist auch erklärlich, dass man eine Wirkung im Körper hervorrufen kann, wenn dieser mit Stoff, Leder oder z.B. Gips bedeckt ist. “Multidimensional” weist auch auf die Tatsache hin, dass die Berührung der Sicherheitsenergieschlösser möglicherweise Wirkung hat in Dimensionen unseres Seins, die wir sonst als Geistkörper, Seele oder Astralkörper beschreiben oder in Dimensionen, die sich bisher unserer bewussten Wahrnehmung entziehen.
Jiro Murai beschreibt 26 Sicherheitsenergieschlösser auf jeder Seite des Körpers. Jedes Energieschloss trägt die Zahl, die seine Bedeutung symbolisiert und befindet sich dort am Körper, wo diese Bedeutung zum Ausdruck kommt. Das erste Sicherheitsenergieschloss beinhaltet die Symbolik der 1, also der erste Impuls, das, was sich zuerst bewegt, der Urbeweger, entstanden aus der 0, dem ewigen, alles enthaltenden Kreislauf, als Manifestation des “In-Gang-Kommens”. Will ich mich also körperlich fortbewegen, muss ich welchen Körperteil zuerst bewegen? Richtig, das Knie, dann folgt das Bein und der ganze Körper nach. Deshalb liegt auch das Energieschloss an der Innenseite des Knies. Innenseite deshalb, weil die Energie auf dieser Ebene an der Körpervorderseite und -innenseite runter fließt bis zum großen Zeh und hinten und außen wieder hoch. Dementsprechend kann ich also helfen, die Vorwärtsenergie in mir zu stärken, indem ich die Hände auf das erste Energieschloss lege (z. B. wenn ich den Eindruck habe, das ich immer viele Pläne habe aber nichts in die Tat umsetze, antriebslos bin, in meinem Leben feststecke und den Eindruck habe, nicht voranzukommen) und mir helfen, die Energie nach unten zu bringen, wenn sie oben gestaut ist und Kopfschmerzen, Brustenge, Verschlucken und ähnliches verursacht hat. Genauso kann ich den Aspekt der Eins-heit nutzen, indem ich die Hände auf das Sicherheitsenergieschloss 1 lege, wenn ich den Eindruck habe, ich verzettele mich, ich habe so viele Stimmen in mir, die in so viele verschiedene Richtungen wollen, ich bin mit mir un-Eins und möchte wieder Ein-heitlich denken und handeln.
Mary Burmeister, die Jin Shin Jyutsu in den Westen brachte, sagte einmal: “Ein Jahr lang eine Stunde am Tag die 1 halten, und Du bist frei von allen großen “Etiketten” (Einstellungen, die Krankheiten verursachen)”.
In diesem Sinne...sei Dein eigenes Zeugnis! In den Selbsthilfekursen nehmen wir uns Zeit, diese Aspekte von Jin Shin Jyutsu zu erfahren, zu be-greifen und zu be-Hand-eln.
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